KreuzbergerWein #5: Bordeaux Cru Bourgeois

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Diese Probe hatte einen langen Vorlauf. Im Sommer letzten Jahres waren wir über einen Artikel in der FAS über gestoßen, in dem verschiedene Cru Bourgeois aus dem Bordeaux vorgestellt wurden. Bis jetzt hatten wir Bordeaux immer gemieden; die großen Weingüter waren uns zu teuer und bei den kleineren fehlte uns der Überblick. So kam der FAS-Artikel gerade passend und wir haben einfach die hier vorgeschlagenen Empfehlungen bestellt. Auch interessant war es, in diesem Fall unsere eigenen Eindrücke mit denen der Lange-Brüder abzugleichen.

Unser Gesamteindruck war positiv, keiner der Weine hat uns enttäuscht. Vielleicht hat das insgesamt hohe Niveau aber auch unsere Wahrnehmung verzehrt, denn wahre Begeisterung kam leider auch nicht auf. So offensichtlich hoch die Qualität der Weine war, fehlte uns doch das Besondere, Eigenwillige. Vielleicht hätten wir noch einen weniger gut bewerteten Wein als Kontrast mit aufnehmen sollen… Hier jetzt die Notizen zu den einzelnen Weinen:

(1) Chauteau Haut-Piquat 2011, 14 Euro: Der Einstiegswein war kurzfristig mit ins Spiel gekommen, weil uns einer der ursprünglich bestellten Weine abhanden gekommen war. Obschon nicht auf dem gleichen Niveau wie die anderen, zeichnete sich dieser Wein durch eine schöne Nase und einen klaren, ausgeglichenen Geschmack. Ein guter, aber dann auch einfacher Wein, der zudem im Abgang kaum einen Eindruck hinterließ.

(2) Château Paloumey 2011, ~18 Euro: Auch hier als erster Eindruck eine schöne Nase. Der Geschmack war voll und tief, dabei aber nicht verspielt, sondern sehr direkt. Nach einer Weile und mit ein bisschen Luft noch überzeugender.

(3) Château Rollan de By 2011, ~17 Euro: Mein persönlicher Favorit dieser Verkostung. Tolle, vielversprechende Nase, dann ein wahrlich vollmundiger Geschmack, mit weichen, schönen Tanninen. Und zum Abschluss ein feiner Abgang, der gleich Lust auf mehr macht. Interessant und auch deutlich bemerkbar war, dass dieser Wein den höchsten Merlot-Anteil aller Weine des Abends hatte. 

(4) Château Baudan 2011, ~19 Euro: Rauchig im Geschmack mit schönem Abgang, aber insgesamt nicht so überzeugend wie der Rollan de By. Auch hier war unser Eindruck, dass ein bisschen Zeit im Glas dem Wein gut tat.

(5) Château Haut Breton Larigaudière 2011, ~40 Euro: der teuerste Wein aus dieser Runde hat uns nicht so richtig überzeugt, vielleicht auch gerade gemessen am Preis. Wo die Lange-Brüder das “verspielte Volumen” loben, konnten wir kein Spiel entdecken. Vor allem aber war unser Eindruck, dass die Tannine den Wein noch sehr dominierten. Da klingt es fast ein wenig euphemistisch, wenn es bei der FAS heißt: “Das vollreife, feinkörnige Tannin wird auch noch in einigen Jahren sehr viel Vergnügen bereiten. Ein herrlicher Wein.”…

(6) Château Biston Brillette 2011, ~17 Euro: Immerhin noch ein versöhnlicher Abschluss. Zu später Stunde ein schön schwerer Wein, mit voller Nase und doch auch wieder recht viel Tanninen.

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