geileweine.de – Top oder Flop?

Vor ein paar Tagen bin ich auf den Online-Shop “Geile Weine” gestoßen. Ok, über den Namen lässt sich sicher streiten, die Grundidee finde ich aber  eigentlich sehr nett, nämlich einen unprätentiösen, entspannten, “jungen” Zugang zu Wein zu schaffen. Als ich dann noch gesehen habe, dass die Macher auch einen Blog hier bei Tumblr haben, war ich schon fast überzeugt. Und habe mich dann gemerkt, dass ich doch innerlich einen gewisses Widerstreben spüre. Aber warum? Hier drei Ideen dazu:

1.) Ich finde es richtig, Wein zu entmystifizieren. Wein macht Spaß, und das umso mehr, wenn er nicht zum Status-Symbol verkommt. Darum kiezwein! Umgekehrt finde ich es aber auch problematisch, den Weinkonsum zu sehr zu verflachen. Um Wein wirklich genießen zu können, muss man sich damit zumindest ein bisschen auseinandersetzen. Und darum finde ich zum Beispiel die Idee von “Weinmomenten”, wie sie im Moment auf geileweine.de praktiziert wird, schwierig: Ich glaube, man tut keinem Wein einen Gefallen, wenn man ihn auf einen Wiedersehen-macht-Freude-Moment-Wein reduziert. Zumal unter einem solchen Moment ja jeder etwas anderes versteht, so dass mir diese Art von Einordung eigentlich gar nicht weiterhilft. Vielleicht könnte man das Problem dadurch lösen und in eine Stärke verwandeln, dass man ein bisschen mehr zu den Weinen schreibt und erklärt, warum ganz subjektiv diese Weine zu einem bestimmten Moment passen könnten. So wie das eben ein netter Weinhändler macht.

2.) Weinkaufen sollte sinnlich sein. Auf ihrem Blog zeigen sich die Macher von geileweine.de in einem kurzen Video:

Den Weinladen, der hier vorgestellt wird, finde ich sehr sympathisch, sollte es mich nach Mainz verschlagen, komme ich vorbei! Leider finde ich davon kaum etwas auf der Website. Die ist mir zu glatt, zu professionell, zu BWLer-haft. Den Geruch eines Weinladens kann man im Internet nicht wiedergeben, und leider auch kein Glas zum Probieren anbieten. Gerade deshalb ist es aber wichtig, dass die Seite nicht wie ein x-beliebiger, wenn auch fraglos gut gestalteter Online-Shop aussieht.

3.) Weinberatung im Internet braucht Vertrauen. Bis jetzt ist mir noch nicht klar, warum ich gerade diesem Online-Shop zutrauen soll, mir den richtigen Wein zu empfehlen. Skeptisch macht mich, wenn der gleiche Blanc de Noir als Wein für Wiedersehen-macht-Freude-Momente, Abendessen-Momente, Leichtes-Essen-Momente, Entspann-doch-mal-Momente und wohl noch weitere Momente empfohlen. Ich vermute, dass das ein Versehen ist, gerade für einen solchen Shop aber ein gewichtiges.

–– Top oder Flop? Ich bin noch unentschieden. Aber weil ich die Grundidee wirklich gut finde und das Video auch sehr sympathsich, wünsche den Jungs von geileweine.de auf jeden Fall, dass das Projekt ein Erfolg wird! 

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