KreuzbergerWein #2 Kleine Burgund-Probe

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Gestern habe ich mich mal wieder in kleiner, aber höchst bewährter Runde getrofffen, um einen netten Abend zu haben, guten Wein zu trinken und vielleicht dabei auch noch etwas über Wein zu lernen. Dem winterlichen Wetter angemessen haben wir uns für Rotwein entschieden, genauer für den Versuch, uns mal dem Großthema Burgund anzunähern.

Ich habe im Laufe der Jahre schon einige Pinot Noirs aus dem Burgund getrunken, ein bisschen war ich aber ehrlich gesagt auch verschreckt von der Aura, die Pinot Noir aus dem Burgund umgibt. Und in der Tat fängt es ja schon damit an, dass selbst die geographische Orientierung nicht ganz einfach ist…

Obwohl unter fachmännischer Beratung ausgewählt kann man natürlich nicht erwarten, dass vier Weine uns die Weinwelt des Burgund erschließen. Und doch war schon dieser erste kleine Explorationsschritt lehrreich. Die ersten beiden Weine des Abends –  2009 Bourgogne AOC Pinot Noir Vieilles Vignes Les Maladières Domaine Pierre Naigeon und 2009 Maranges AOC Vieilles Vignes Domaine Vincent Bachelet –  entsprachen dem, was ich bisher als Pinot Noir kennengelernt hatte. Helle, eher leichte und auch nur wenig tanninghalte Weine mit angenehm runden Geschmack, allerdings auch ohne allzuviel Nachklang. In gewisser Weise, und das soll weder für die eine noch die andere Seite eine Beleidigung sein, erinnerten mich diese Weine doch sehr stark an deutsche Spätburgunder.

Einen kleinen Aha-Moment gab es dann jedoch beim dritten Wein, dem 2009 Pommard AOC Vieilles Vignes Vincent Girardin. Der Wein war mein persönlicher Favorit, denn hier kam nach meinem Empfinden die Leichtigkeit des Pinot Noir zusammen mit einer Tiefe und Fülle des Geschmacks, die ich so von Pinot Noir noch nicht kannte. Dazu eine schöne Nase und ein langer, sanfter Abgang, was will man mehr!?

Einen weiteren Wein! Der letzte Wein des Abends (ok, der letzte Wein unserer Probe…) war der 2009 Beaune Champs-Pimont 1er Cru AOC Domaine Jacques Prieur. Rein formal war dieser Wein als einziger Premier Cru des Abends natürlich unser Favorit. Und hat in dieser Hinsicht auch nicht enttäuscht. Allerdings war mein Eindruck, dass es für diesen Wein vielleicht noch zu früh war. Obwohl wir ihn etwa 2 Stunden dekantiert hatten, kam er mir noch verschlossen vor. Am deutlichsten trat dies nach meinem Empfinden bei der Nase hervor, die kaum vorhanden war. Aber auch geschmacklich hätte ich den – zugegeben schwer begründbaren – Verdacht, dass der Wein in ein paar Jahren noch mehr zu bieten hat.

Für den Absacker und als Abschluss einen schönen Weinabends sind wir dann noch für einen Moment in den Würgeengel gegangen… Mein Fazit am nächsten Morgen? Insgesamt haben mir alle vier Weine sehr viel Spaß gemacht und meine Neugier geweckt, mich mehr mit dem Mythos Burgund zu beschäftigen! Ich muss einfach mehr und vor allem häufiger Wein trinken!

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