Mein Vorschlag für einen Grundstock an Wein

Eine gute Freundin von mir ist vor einiger Zeit aufgebrochen, um für die nächsten Jahre im Senegal zu leben. Da sie gerne Wein trinkt und auch gern zum Wein einlädt, habe ich mich der ehrenvollen Aufgabe angenommen, für sie einen Grundstock an Wein zusammenzustellen. Die Herausforderung bestand dabei in drei Anforderungen: Erstens sollten die Weine zumindest ein Stück weit repräsentativ für deutsche Weine sein. Zweitens sollten sie nicht mehr als 10 Euro kosten. Drittens sollten sie gut schmecken und Spaß machen!

Nach einigen Recherchen und erfreulichen Verkostungen sind wir dabei letztlich bei folgender Auswahl gelandet: Als Sekt haben wir 18 Flaschen “La Petite Bulle Rosé” von Bouvet-Ladubay genommen, dazu 6 Flaschen von der Weißwein-Variante. Keine Frage, repräsentativ für deutschen Wein ist das nicht gerade. Aber mein eigentlicher Vorschlag, der Perlwein von Fritz Müller, den ich hier auch schon mal vorgestellt habe, war meiner Freundin schlicht doch zu säurehaltig. Und dann ist der Petite Bulle ja meiner Meinung nach auch ein toller Wein: Sehr erfrischend, klar im Geschmack und fruchtig, ohne ins unangenehm Süßliche abzudriften. Und das auch noch zu einem sehr fairen Preis.

Bei den Weißweinen haben wir uns für einen Gutedel, einen Grauburgunder und einen Chardonnay entschieden. Der Gutedel und der Grauburgunder kommen vom Weingut Zotz aus Südbaden. Kannte ich nicht, und kam auch eher zufällig dadurch zustande, dass meine Freundin den Winzer persönlich kennt. Beide Weine fand ich bodenständig und gut trinkbar, aber auch nicht unbedingt eine Offenbarung. Nicht mehr, aber auch auf keinen Fall weniger, als man von einem soliden Gutedel erwartet.

Der Chardonnay Kalkstein 2011 von Milch aus Rheinhessen hingegen war eine wirklich tolle Überraschung! Der Wein war mir von einem befreundeten Weinhändler empfohlen worden und hat mich, wie auch alle anderen Verkostungsteilnehmer gleich überzeugt: Eine angenehme Chardonnay-Cremigkeit, gleichzeitig sehr schöne Frucht und insgesamt ein im wahrsten Sinne “vollmundiges” Geschmacksempfinden. Wie Stuart Pigott schreibt:

Aber dann hatte ich diesen Wein im Glas und war auf Anhieb begeistert, weil der Chardonnay „Valentin“ von Milch die geniale Lebendigkeit besitzt, die typisch für die neuen deutschen Weine ist. Er hat einen verführerischen Duft nach Aprikosen und Toast, ist sehr schwungvoll und stimmig im Geschmack. Er macht einfach Laune, was gute Alltagsweine tun sollen, was viel zu selten aber der Fall ist. Und er besitzt genug Substanz, um nicht bei kräftig gewürzten Speisen schlapp zu machen. Wo ist die nächste Flasche?

Schließlich dann noch ein Rotwein. Hier fand ich es wirklich nicht so einfach, einen schönen deutschen Rotwein für unter 10 Euro zu finden. Letztlich haben wir uns für die “Cuvee Aufwind” von Hensel aus der Pfalz entschieden. Ein unkomplizierter und sehr zum Nachschenken anregender Wein, der mich tatsächlich aber – wohl aufgrund des deutlich zu erkennenden Anteils von Cabernet Sauvignon – eher an einen guten Südfranzosen erinnnert. Was überhaupt keine Kritik sein soll, aber richtig repräsentativ für deutsche Rotweine ist das dann eben nicht.

Das war also meine Auswahl, die sich bis jetzt anscheinend sehr gut bewährt hat! Doch so wo ich meine Freundin kenne, wird es bald notwendig werden, eine neue Ladung Wein nach Westafrika zu schicken… Wenn ihr dazu Vorschläge habt, würde ich mich darüber sehr freuen!

P.S.: Im Übrigen will ich mich mal darum kümmern, demnächst vernünftige Fotos von den Flaschen zu machen…

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